Halbstarke Oldies back on stage

Liebste A.,

es ist so still um uns. Kein Laut durchbricht das Schweigen. Und doch sind wir beiden armen Menschenkinder stets miteinander verbunden. Spüren Sie den Wind, wie er Ihnen meine Verse zuflüstert, sie sanft um die Hüften greift und dieses zärtliche Gefühl von meiner Seele auf die Ihre überträgt? Ein Teil von mir sehnt sich oft so sehr nach Ihnen, dass sich die Spannung unaushaltbar auflädt, bis sie in körperlichen Schmerz übergeht. In mir pulsiert und brodelt es dann, und ich rieche, schmecke, höre Sie, winde und bäume mich an Ihnen, obwohl Sie gar nicht da sind und meiner in diesem Augenblicke vermutlich gar nicht gedenken, vielleicht sogar in einem fremden Bett das Fest des Lebens ohne mich feiern. 1000 Tage. Nur wir beide, fest aneinandergeschmiegt. Dies ist nach wie vor mein Sinnbild für die Einmaligkeit unseres miteinander verknüpften Seins. Und selbst eine solch lange Zeit würde mein Verlangen nach Ihnen nicht stillen können.

Ich liebte schon einmal in solch existentieller Weise und erzählte Ihnen davon, ma chérie. Nicht, wie ich die Schönheit im Allgemeinen liebte und liebe; dieses Gefühl überwältigt mich Tag für Tag angesichts leuchtender Menschen oder im frühlingshaften Gezwitscher, wenn die Sonne sich ihren Weg durch die unbelaubten Bäume bahnt und das Gefieder der Vögel streift. Auch kann ich mich in der ästhetischen Reinheit einer Sache wie einer exakt ausgeführten Bewegung verlieren. Nein, was ich meine, ist diese elementare, körperlich spürbare Emotion, die alles im Leben umzustoßen vermag. Ich werde später noch einmal kurz darauf zurückkommen.

Nun gut, wie schreibe ich über einen scheinbar banalen Sport jenseits der übergeordneten Daseinsform Klettern, aus der ich im steten Zwang zur Überhöhung eine Philosophie zu machen pflege, ohne Sie zu langweilen, liebe A.? (Alle anderen Leserinnen sind Beiwerk; sie hoffen, dass abseits des Geplänkels das eine oder andere Klettervideo oder eine Info zu neuen Bouldern oder dergleichen für Sie abfällt, obgleich sich die Sache, aber so schlau sind die meisten nicht, naturgemäß irgendwann erschöpfen wird. Diese reizarmen, wenngleich guten Menschen interessieren mich nicht, denn mein Geist ist allein durch Sie und ihre erinnerten Details, meine edle Schöne, schon übervoll. Aber vielleicht werde ich denen den Gefallen tun und peu à peu ein paar Knochen reichen. Das Ob und Wie liegt allein in Gottes Hand.)

Heute MUSS ich Ihnen berichten, wie ich zuletzt wieder auf den Brettern stand, die mir bis zu meinem 22. Lebensjahr die Welt bedeuteten. Die Rede ist vom körperlosen Vollkontaktspiel Basketball. Hihi, haha, verstehen Sie den Witz, körperlos und dennoch Vollkontakt, wie geht das denn zusammen? Ich bin eine sehr lustige Prinzessin, sogar mit Bart, nicht wahr? Das Allerlustigste ist, dass es gar nicht lustig ist, denn das eigentlich von James Naismith für die Wintermonate, in denen seine Studenten kein Football spielen konnten, als rangelfrei konzipierte Spiel ist heutzutage ganz schön kontaktfreudig. Ich sag nur: Trashtalk, Monsterblock und Slam Dunk – da können schon mal die Fetzen fliegen und Glasfiberbretter respektive Gegenspieler zerbersten. Wie auch immer, diesem dennoch schönen Spiel liegt ein simples Prinzip zugrunde: Ein orangefarbener Ball wird in einen erstaunlich kleinen Metallring geworfen und erzeugt beim Durchwandern des daran hängenden Netzes einen herrlichen, süchtig machenden Zischlaut. Immer, wenn ich meine (natürlich besonders elegant ausgeführten) Sprungwurfbewegungen mit einem Abklappen des Handgelenkes beendete, war ich wie gebannt, erlebte die Flugbahn des Balles wie in Zeitlupe und war fasziniert ob der für den Erfolg nötigen Exaktheit, die im Zischen des Netzes eine akustische Krönung fand. Manchmal stellte sich im Laufe des Spiels sogar ein „Flow“ ein, und ich fühlte mich eins mit der Welt. Wie Sie sich sicher denken können, verfolgte ich diesen Sport mit großem Ehrgeiz und der für mich typischen ungezügelten Begeisterung. Auch entsprach das damit verbundene Lebensgefühl sowohl meinem Alter und dem Zeitgeist der 90er Jahre als auch der mir durch den Weltengeist zugeordneten Peergroup, in der unter anderem diverse Skater zu finden waren und in der ich mangels echter Coolness sowie überbordender Schüchternheit nur eine B-Rolle zu spielen hatte. „Narzissmus-Alarm!!“ schreien die Psychologinnen unter Ihnen. Ganz recht; heute nur noch erste Geige, sonst nichts, gebe ich gelassen und doch getroffen zurück. Aber die Erinnerung neigt zur Pastellierung der Randschatten, so dass ich neuerdings mit voller Inbrunst sagen kann: Egal, wie es war, es war immer gut! Alles ging Hand in Hand: Sport, Musik, Mode und szenetypische Verhaltensweisen. Treten Sie doch für einen Moment ein in diese von Busta Rhymes, KRS One, Method Man und vielen anderen auf der Bühne verkörperten Welt:

Und jetzt bitte beim Lesen einfach die folgende Musik weiterlaufen lassen, wenn Ihre Multitaskingfähigkeiten dies zulassen. So durchmischt sich der schwarzamerikanische Groove, der auch dem Basketball zugrunde liegt, vielleicht mit dem Rhythmus meiner Worte.

Hmmm, Sie wohlriechende Königin, wie fasst man einen lang gezogenen traurigen Seufzer in Worte? Ich weiß es nicht, doch die Musik treibt mich zu Ihnen, und gehe ich selbst tief in meinen Rhythmus hinein, so lande ich bei diesem Gefühl, das ein unspezifisches Sehnen ist und doch immer wieder magnetisch zu Ihnen führt. Und so muss ich erneut vom Thema abschweifen, um von meinem Traum zu berichten. Sie umklammerten mich, bohrten Ihre Nägel tief in mein Fleisch, ihre Lippen pressten sich auf die meinen und Sie nannten mich zurecht einen „bescheuerten Blödmann“, denn wie hab ich sie „betrogen“, allein gelassen und missachtet? Im Traum schauten Sie erzürnt und doch voller Liebe in meine blauen Augen und schüttelten verständnislos darüber den Kopf, dass ich Sie so schlecht halten kann. Ach, wenn Sie es könnten, hätten Sie mich alberne Diva schon lange aus Ihrem Bewusstsein und ihrem (wie meinem) ach so kurzen Leben verbannt. 

Man fragte mich jüngst, ob ich nicht an einem Basketballturnier der halleschen Zweitligadamen teilnehmen möchte. Ich war überrascht. Hatte sich die von mir propagierte bärtige Weiblichkeit schon so weit herum gesprochen, dass man mir sogar ungeprüft den Schlüssel für die Weibersauna überreichen würde? Leider nein, Mademoiselle, aber was folgte, gefiel mir auch recht gut: Mein alter Bekannter Janis und seine Medien-Firma Kappa stellten als eines der die Lions unterstützenden Unternehmen ein Team für einen sogenannten Sponsoren-Cup zusammen. Er entschied sich, seine alte Landesliga-Mannschaft, also all die Reckinnen, die in den Zeiten, als die Welt noch schwarz-weiß war, für den HSC 96, dessen Wiege im Café „Halbstark“ stand, nach 16 Jahren noch einmal zusammen zu trommeln. Eingangs erreichte mich eine WhatsApp-Nachricht mit dem denkwürdigen Gruppennamen „HSC Oldies“. Empörend! Alle Protagonisten waren doch noch im zeugungsfähigen Alter! Na ja, alle außer, nennen wir ihn fairerweise fortan nur noch D.. Dieser D. und ich teilten schon damals trotz zehn Jahren Altersunterschiedes einen gemeinsamen Humor, was in meiner egoistischen Welt bedeutet, dass er zu den großartigen Menschen gehört, die über jeden meiner Witze und gehen sie noch so straff auf ihre Kosten, herzhaft und ansteckend lachen können. Er war der Buddy, der sich nie zu schade war, große Umwege zu fahren, um mich mit dem Auto am Wohnheim abzuholen. Selbst nach all den Jahren, die in der Zwischenzeit vergangen sind, bin ich immer noch völlig fasziniert davon, wie jemand so galant, einhändig schaltend und lenkend durch Halle cruisen und dabei eine solch unzählbare Menge SMS schreiben kann. Das hätte ich natürlich gern noch einmal gesehen, weshalb ich umgehend zusagte.

Als ich die Erdgas-Sportarena betrat und diese Mischung aus Schweiß, gebohnertem Parkett und Gummi einatmete, fühlte ich mich zurückversetzt in die oben beschriebene Zeit. Meine Liebe galt damals, ich versprach noch einmal kurz darauf zurückzukommen, besagter Tochter einer Apothekerin, darüber hinaus dem Schreiben sowie dem Basketball. Dieses hübsche Mädchen war ganze drei Jahre älter als ich, was viel ist, wenn man selbst erst 19 Lenze zählt. Ich war das erste Mal ernsthaft verliebt, und Sie wissen, was das bedeutet, meine Damen, und wie so etwas ein Leben lang nachwirkt. Aber ich liebte sie nicht so intensiv wie Sie, liebste A., dessen seien Sie gewiss. Und auch das Basketballspielen liebte ich nicht so sehr wie das Klettern heute, aber Beides kam dem schon sehr nahe. Damals konnte ich mich noch stundenlang in Literatur versenken, was hin und wieder dazu führte, dass ich völlig absorbiert ohne meine Sporttasche aus dem Bus stieg oder sogar bis zur Endhaltestelle durchfuhr, ohne es zu merken. Ein Tag auf dem Freiplatz endete erst in der Dämmerung, wenn meine Würfe in einer bestimmten Reihenfolge und Art ihr Ziel gefunden hatten. So wurde man gut, besser als die anderen. Die Apothekerinnentochter mochte mich ebenfalls sehr, weshalb ich sie aus voller Liebe heraus verlassen musste. Dies ist nur dann zu verstehen, wenn man die Überforderung durch eine ungefilterte Wahrnehmung sowie den borderlinigen Selbsthass neurotischer Prinzessinnen, geboren aus den Verlustängsten eines Scheidungskindes und anderer, schwerwiegenderer Traumata, zu begreifen bereit ist.

16 Jahre sind seit unserem letzen Ligaspiel vergangen, und außer D. hatte keiner von uns mehr auf dem Spielfeld gestanden. Meine Schuhe lagen noch so in der Kiste, wie ich sie zu jener Zeit hinein gesteckt hatte. Das Leben hatte uns Mannschaftskameradinnen getrennt – der Sport bedient sich übrigens fortwährend militärischen Vokabulars, was meine oft formulierte These vom sportlichen Sublimieren, Kompensieren und Einüben (!) von männlich geprägten Kampfimpulsen/-handlungen stützt – und nun mit viel Herzlichkeit wieder zusammen geführt. Finden Sie nicht auch, dass wir uns kaum verändert haben? (Bei Eike, unserer Bundesliga-erfahrenen Trainerin, ist dies tatsächlich Fall. Und ich will mir die Prinzessinnen-Finger abhacken, wenn ich nicht stets die reine Wahrheit spreche.)

Anno 2000
Anno 2018

Das Folgende ist etwas für die Kennerinnen und Liebhaberinnen unter Ihnen. Aber ist es nicht im Grunde egal, worum es geht, für welches Thema man sich begeistert und worüber man schreibt und was Mann oder Frau liest? Hauptsache, es geht irgendwie auch um einen selbst und rührt am Elementaren. Denn wir sitzen alle im gleichen Boot und harren des schrecklichen Dings mit dem Bums am Ende unseres Lebens.„Nevertheless“, sagt der Brite, und tänzelt in höflicher Leichtfertigkeit über das zuvor gesagte Schwere hinweg. „Buy cheap, buy twice“ sagt er ebenfalls, was hier nichts zur Sache tut, jedoch in seiner Zweideutigkeit irgendwie ganz lustig ist. Wer also kein Interesse am von mir vor Jahrzehnten verfassten Gründungsmythos der Sektion Basketball des HSC 96 hat – die Legendenbildung beginnt bekanntermaßen schon in der Gegenwart -, der scrolle einfach etwas tiefer. Ich bin der Letzte, der so etwas persönlich nimmt. (Da ich mich bis auf meine offenen Briefe eh nie bei Ihnen melde, ginge Ihnen durch eine beleidigte Reaktion meinerseits ja auch nichts verloren.)

Legendenhaft ergeht es mir im Übrigen auch mit Ihnen, liebe A.. Ihr Schoß ist mir so nah und doch so fern. So kann ich kaum noch auseinander halten, was an Ihnen wahrhaftig und was sorgsam gepflegte Illusion ist; Letzteres, um der Ödnis des Alltags immer wieder entfliehen zu können.

Über das Alter kann man lachen, mit dem Alter immer weniger. Zitat Ende, unbekannte Quelle. Mit ungefähr 90 Jahren sagte ein mir nahe stehender, mittlerweile verstorbener älterer Herr folgenden denkwürdigen Satz: „Wenn ich nicht in den Spiegel schaute, würde ich denken, ich sei 39.“

Sie wissen wohl, was uns der (Alters)Künstler damit sagen will, oder? Versuchen Sie doch bitte, die dahinter stehende humorvolle Grundhaltung mit jedem Jahr, das vergeht, zu vervollkommnen, liebe Mitgliederinnen des Tupperware- und Anti-Aging-Selbsthilfevereins. Man altert äußerlich scheinbar mehr als innerlich. Nach dieser Logik lohnt es sich ganz gewiss, einmal weniger als mehr in den Spiegel zu schauen. Das Außen ist arg veränderlich, außerdem können Sie im Auge des liebenden Betrachters mit Äußerlichkeiten eh kaum etwas richtig oder falsch machen.

Ich bin die einzige Prinzessin mit Bart, und ich scheiße einen großen Haufen auf alle mir bekannten medialen Genre-Regeln (außer auf die der Publikumsverachtung; diesen Spaß lass ich mir dann doch nicht nehmen). Die Kreativität der Langsamkeit lebe hoch! Mein Blog ist ein Gegenentwurf zur medialen Schnelllebigkeit, vom immer gleichen Teaser bis zur ausufernden Länge. Lesen Sie diese Briefe, wenn sie Sie tatsächlich interessieren, doch wie ein Buch, das heißt immer, wenn Sie Zeit haben und in der rechten Stimmung sind. Kleben Sie ein Stück Kaugummi auf die Stelle am Bildschirm, an der Sie zuletzt waren, so sparen Sie wertvollen Textmarker, meine Damen! Und wenn Sie zum Beispiel meine eingestreuten intimen Ergüsse nicht interessieren sollten, weil Sie das philosophierende Lieben eingestellt haben und Ihre Zeit in geldwerte Einheiten zerteilen müssen, so suchen Sie einfach gezielt nach der für Sie wichtigen Information und markieren diese mit einem Post-it-Zettel, um auch sie später schnell wiederfinden zu können. Selbst wenn Sie, spätestens nach diesem kletterfernen Brief, überhaupt keine Lust mehr auf mich haben, bin ich Ihnen in keinster Weise böse, denn das ganze „Projekt“ unterliegt (auch) einem gewaltigen Selbstzwecke. Ich schreibe für mein Leben gern, komme dadurch zur Ruhe, ordne meine diffuse Identität, lecke Wunden, stille meinen Veröffentlichungsdrang und kann nach Belieben zwischen den Paralleluniversen hin und herwechseln, ohne den Schreibtisch verlassen zu müssen. Diese Funktionen des Schreibens sind existentiell und nur sekundär von Ihrem Beifall abhängig. Aber wenn ich Sie in irgendeiner Ecke Ihres Hirns, meine nachsichtigen, viel zu oft von mir beschimpften Leserinnen, zu kitzeln vermag, Sie durch meine oft kruden, aber beizeiten un- und geschminkt treffenden Worte an Eigenes erinnert werden oder Sie einfach nur über die Kanten dieses verschrobenen Blogs stolpern, so ist doch viel gewonnen, und Sie erheben sich mit mir über das Alltägliche. Vom aufrüttelnden, neue Perspektiven erschließenden Zwecke der Kunst wage ich nicht zu sprechen; in diesem Zusammenhang ist wohl eher der Wunsch Mutter des Gedankens, und ich halte mich an Brecht, dieses Schwein: Erst kommt das Fressen, dann die Moral, also Unterhaltung vor höheren Weihen; was nix bringt, dürfen Sie gnadenlos wegklicken. Und kommentieren Sie! Schimpfen, kritteln, loben, fragen Sie! Hauptsache, wir kommen ins Gespräch. Neuerdings kann man auch ein Häkchen setzen, um informiert zu werden, wenn der selbst kommentierte Beitrag erneut mit einem Kommentar versehen wird.

Besagtes Lions-Sponsoren-Turnier war im weiteren Verlauf aus sportlicher Sicht unspektakulär, dafür wurden wir Wiedervereinte gar nicht müde, uns unserer Zuneigung zu versichern. Janis, der nicht nur Kappa vorsteht, sondern auch dem erfolgreichen halleschen „Woman in Jazz“-Festival, das ausschließlich die Musik des schönen Geschlechts feiert, auf die mittlerweile international bedeutsamen Beine verholfen hat, gebührt mein allerherzlichster Dank!

https://www.agenturkappa.com/agentur/team/

https://www.womeninjazz.de

Am Ende landeten wir trotz der langen Pause und im Training stehender Gegenspieler auf Platz sechs … von acht. Immerhin. Ein paar Würfe fanden ihr Ziel, ein paar nicht; Gleiches galt für die Pässe. In Ansätzen war die „traumhafte Sicherheit“ und das „makellose Zusammenspiel“ von damals zu erahnen; insgesamt überraschte es mich, wie gut es bei allen noch ging. Nur die Ballbeherrschung war, sagen wir, ausbaufähig, was sich vor allem im etwas hölzernen Dribbling abbildete. Die Lions-Spielerin JJ (Jalea), dem Akzent nach aus dem Mutterland der orangenen Kugel, hatte den Auftrag uns zu coachen. In der Basketballszene, das muss man wissen, ist jede/r Schwarze (Ich scher mich in diesem positiven Kontext einen Dreck darum, ob man das noch sagen darf oder nicht.) per se eine respekteinflößende Heldin. Hat aber nicht viel genutzt, haben trotzdem 2 von 3 Spielen verloren.

Aber Sie wissen ja, “We“ all „are the” real “champions”. Nie ist dies grandioser besungen wurden als von the Urheber himself, the only one and real DramaQueen Farrokh Bulsara, also known as Freddy Mercury. Hier trat er 1985 in Gänsehaut erregender Weise vor einem weltweiten Millionen-Publikum auf dem Live Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadium auf, nachdem er nach einer wilden Zeit in der Münchner Schwulenszene zu Queen zurückgekehrt war:W

Auf bewegte Bilder unseres Basketballspiels verzichte ich bewusst, damit keiner sieht, wie langsam wir uns über das Spielfeld bewegt haben. Klein waren wir früher schon, heute sind wir klein und langsam. Aber auch verdammt sexy und erfolgreich, und das damals sogar auf internationalem Parkett.

In schnell und noch viel geiler sieht Basketball so wie in dem folgenden Video aus. „Jordan“ ist im Übrigen eine Legende. Wer von Ihnen das nicht sofort mit vor Faszination feuchten Händen unterschreiben oder, gesetzt den Fall, sie könne in die 90er zurückreisen und würde Karten fürs United Center in Chicago bekommen, nicht auf der Stelle ein Plakat mit der Aufschrift „Michael, ich will einen Hund von Dir!“ anfertigen würde, trete mir bitte nie wieder vors Angesicht.

Ich bin eine eitle Rampensau, zumindest im digitalen Kämmerlein. Deswegen möchte ich Ihnen die größte Show, die mir im Laufe meiner Basketballkarriere, damals noch unter meinem Mädchennamen Metzlaff, gelungen ist, nicht vorenthalten:

Und was ist von dieser Patina vergangener Tage geblieben? Hmm, schwer zu beantworten. Aber egal, ich bin die einzige Prinzessin mit Bart. Ich kaspere mich durchs Leben und werfe die Münze, anstatt sie zu wiegen. Vorn die blendende Verheißung, hinter mir der inszenierte Ruhm, mittendrin der unaushaltbare Zauber. Immer mit dem Kopf durch die Wand. Nur so geht es.

Es wird etwas länger dauern, bis ich mich wieder melde, liebste A.. Ich muss in die Welt der Menschen hinaus, in ein Heim für Prinzessinnen. Ach, ich fürchte mich ein wenig davor. Weniger vor dem erzwungenen Miteinander, als mehr vor dem ungefilterten Blick nach innen, der Langeweile und der Ernsthaftigkeit, mit der sie dort draußen die Eckpfeiler der Gesellschaft mauern, welche ich mir wieder zu eigen machen soll. Ob ich das brauche und möchte? Ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich schon, denn mir dünkt, dass sich beide Parteien vom Gleichgewicht der Mitte entfernt haben. So will ich zumindest meinen Teil tun. Inshallah!

Ich küsse Sie leidenschaftlich.

IhreDramaQueen

PS: Kein Winterbrief ohne ein bisschen südeuropäisches Sommerflair! When the rock does not come to the prophet, the prophet must search for the rock. You can climb everywhere, especially when you are on a family trip in spain. Behind our first accommodation there was a small yard (in Spanish “Corral”), where I could satisfy my climbing addiction. I found an overhanging traverse which I cleaned carefully and which probably will never be repeated by anyone. The difficulty lies in matching a flat sloper plus a far move after it.

El Corral 7A

PPS: Kein Brief ohne richtigen Schweinkram! Das Folgende ist P18, dies vorab zur Warnung. Sie, meine liebe A., betrifft das nicht. Sie kennen das weite Feld der Zwischenmenschlichkeiten und sind diesbezüglich recht tolerant und selbstbestimmt, aber Leserinnen wie mein unverdorbener Jungfreund Ole, die die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben, sollten sich jetzt die Augen und Ohren zu halten und bis 300 zählen.

Möglicherweise haben Sie schon bemerkt, dass es in meinem Kopf bisweilen spukt und ich unter der Leidenschaft itself leide. Die Geißel daran steckt ja schon im Namen. Versetzen Sie sich doch einmal in meine Lage! Pausenlos oversexed, but underfucked. Da helfen auch keine Tabletten. Und dann bin ich auch noch eine wunderschöne Prinzessin, zwar mit Bart und O-Beinen, aber sonst – das wird niemand ernsthaft bestreiten wollen – völlig makellos. Und trotz dieser Vollweiblichkeit, und das ist der springende Punkt, bin ich dem vaginalen Prinzip, wie ein guter Freund es einst so treffend formulierte, heillos verfallen. Es gibt leider nur ein oder zwei fesche Prinzen, denen ich meinen hübschen Hintern versuchsweise entgegen strecken würde, ansonsten ist der Erbeermund, vor allem ihrer, liebste A., das erklärte Ziel meiner Träume. Dazu bin ich ein schrecklicher Priapist, vor allem morgens strecke ich mich unaufgefordert gen Himmel und kann nichts dagegen tun. Die Inder, die aus allem einen Ritus machen müssen, überladen ihre „Morgenlatte“ mit religiöser Bedeutung, machen Ringelpietz mit Anfassen und springen dann zur Heilung gemeinsam in den stinkenden Ganges. Und dann kommt Eiter aus der Eichel, kennt man ja. Pfui, diese Inder!

Klaus Kinski liest Francois Villon / Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund

PPPS: Kein Brief ohne eine Erstbegehung an der Golzernmühle! So sehet auf dem nächsten Bilde den „Schattenkrieger“, 6C+, im Sektor „Eisenfinger“. Er ist am Ende des Sloperbandes, rechts von „Monoment“ zu finden. Benutzt bitte nur die Wand und keinesfalls den rechten Riss. Im Grunde bouldert man die Crux der„Eisenfingertraverse“, was ungefähr 6C entspricht, aber nach gelungenem Aufstehen nur eine trügerische Befriedigung verschafft, denn die halbdynamische Bewegung gegen die offene Tür zum ersten Band hin ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Mich hat es da in den ersten beiden Versuchen tatsächlich noch einmal rausgehauen. Das Leben ist halt kein Ponyschlecken!

PPPPS: Jetzt habe ich mir doch tatsächlich den Spaß erlaubt, das eine popelige regionale Bouldervideo dieses Briefes, das für 90 Prozent meiner Konsumentinnen am Wichtigsten ist, ganz ans Ende, an dem außer Ihnen, liebe mich aus Liebe aushaltende A., nur 1,5 weitere Leserinnen noch nicht mit dem Kopf auf ihr Tablet gefallen sind, zu stellen. Es zeigt erneut eine Erstbegehung im Golzernmühlen-Sektor Eisenfinger, und zwar „Brett ‘The Fitman’ Hart” (Ja ja, mal wieder die 90er! Wer erinnert sich noch an den zumindest lautmalerisch ähnlichen Schickimicki-Wrestler?). Der Boulder ist ungefähr 6C+ schwer, wobei ich es nicht genau sagen kann, da ich ihn am dritten Klettertage in Folge begangen habe. In diesem Stadium fühlt sich alles irgendwie leicht und richtig an – Klettern gehört dann wie Schuhe zubinden einfach dazu. Wo muss ich hoch? Ach da. OK.  Zugleich setzt man die wenigen verbliebenen Kraftreserven nur noch intuitiv ein, da sonst die Finger und Schultern schmerzen; die Unterschiede in den Schwierigkeiten verschwimmen. Das „Brett“ befindet sich links von „Monoment“ oder rechts des Einstieges der„Eisenfingertraverse“, wie Sie wollen, auf jeden Fall so, wie es der Robin einst im Forum vorschlug. „One for the money, two for the show“ – Ich bin für den Kurzfilm in rascher Folge ein zweites Mal eingestiegen. Deshalb verzeihen Sie bitte die erschöpften Wackler, meine High Definition-Climb verwöhnten Damen. Als logische Beschränkung gilt, dass die linke Verschneidung nicht mitzubenutzen ist, aber das ergibt sich vor Ort ganz von selbst. Wir bouldern ja alle nicht zum ersten Mal im Porphyr. Nun gut, Sie schon, schöne A.. Aber auch dafür liebe ich Sie.

Brett „The Fitman“ Hart, 6C+

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